Romeo und Julia

von William Shakespeare

In Verona sind die Familien Capulet und Montague seit Generationen verfeindet. Meist geht man sich aus dem Weg – und wo nicht, wird die kleinste hitzige Geste zum Anlass für die Konfrontation. Da schleicht sich Romeo, ein junger Montague, auf einen Maskenball der Capulets, um nach einer unglücklichen Liebesaffäre auf andere Gedanken zu kommen. Und begegnet Julia für einen kurzen Moment. Aber der genügt, um sich unsterblich ineinander zu verlieben. Die beiden versuchen das Unmögliche: Sie heiraten heimlich am nächsten Tag und wollen es Kraft ihrer Liebe mit der hasserfüllten Weltordnung ihrer Familien aufnehmen. Doch als Mercutio durch einen Capulet im Kampf getötet wird, rächt Romeo den Mord an seinem Freund und bringt den Mörder um. Romeo wird daraufhin aus Verona verbannt. So bleibt den Liebenden eine einzige, viel zu kurze Nacht ...

Am Grab ihrer Kinder reichen sich zwei verfeindete Familien die Hand zur Versöhnung. Mit dieser Utopie beendet Shakespeare die berühmteste Liebestragödie aller Zeiten. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario in einer Welt, in der jahrelange Bürgerkriege toben, Menschen aufgrund ihrer Herkunft verfolgt und getötet werden und Hass stets neuen Hass gebiert?

Liebe war vielleicht niemals gleichzeitig so blind und so visionär wie im Fall von Romeo und Julia. Einerseits ist diese Liebe nicht in der Lage, ihren tragischen Ausgang vorauszusehen, den Tod zweier junger Menschen. Andererseits deckt sie auf, dass der tief empfundene Hass, den (fast) alle empfinden, nicht hinterfragt wird und niemand seine Wurzeln kennt. Ob es nicht doch ein Prinzip Romeo und Julia gibt, dass die Welt befrieden könnte? Die Welt, in der wir heute leben, in der weiterhin Tropfen geschmolzenen Hasses die Seelen vergiften und immer neues Unheil stiften? Shakespeare beschreibt uns schrankenlose Hingabe und grenzenlosen Hass als unvermeidliche Konsequenz menschlichen Zusammenlebens. Und macht es uns so zur Aufgabe, einen Ausweg aus der negativen Spirale zu suchen.

William Shakespeare (1564–1616), englischer Dramatiker und Lyriker, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Weltliteratur. Der große Dichter war äußerst produktiv und hinterließ ein faszinierendes literarisches Erbe: Seine 37 Dramen (nach einer anderen Zählung 38), die 154 Sonette und epischen Versdichtungen machten ihn unsterblich. Romeo und Julia entstand ca. 1597 und trug erheblich zur Bekanntheit des Autors und zur Beförderung seiner Truppe als königliche Hofschauspieler (Kings Men) bei.

Shakespeare selbst hat seine Dramen nicht schriftlich aufgezeichnet, denn: Das Repertoire war das Kapital einer Schauspieltruppe, und eine Druckausgabe hätte es auch anderen Ensembles ermöglicht, das Stück aufzuführen. Dennoch erschienen etwa die Hälfte von Shakespeares Dramen zu seinen Lebzeiten als sogenannte Quarto-Ausgabe, bezeichnet nach dem Papierformat. Die Texte basierten auf mündlichen Überlieferungen und waren quasi Raubdrucke. Erst 1623, sieben Jahre nach Shakespeares Tod, erschien die erste Gesamtausgabe seiner Dramen.

In der eigens für das Theater der Stadt Aalen gefertigten Übersetzung ist es uns wichtig die lyrische Kraft der Sprache zu erhalten, ohne der politischen Aussage den Schneid zu nehmen oder Shakespeare Lust an der Komik zu unterschlagen.

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