Geschichte

1991 als jüngstes und kleinstes Stadttheater Deutschlands gestartet, hat sich das Theater der Stadt Aalen gut 30 Jahre später einen festen Platz in der Stadt und der Theaterlandschaft gesichert. Mit dem Umzug in den Kulturbahnhof (KuBAA) am Georg-Elser-Platz im Jahr 2020 rückt die Hauptspielstätte ins Herz der Stadt und vergrößert sich um ein zusätzliches Drittel im Vergleich zum vorigen Spielort im Wirtschaftszentrum. Der neue Theatersaal birgt durch seinen flexiblen Bühnenraum außergewöhnlich viele Möglichkeiten bespielt zu werden und wird so zur künstlerischen Heimat für sehr unterschiedliche Regieteams. Kleine flexible Produktionen und besonders innovative Ideen finden weiterhin auf der Studiobühne im Alten Rathaus Platz, Freilicht spielt das Theater regelmäßig im Schlosshof von Wasseralfingen, im Schlosspark von Fachsenfeld, aber auch am Kocherursprung und an vielen (Dritten) Orten in und um die Stadt Aalen.

Selbstverständnis

Die Leitung des Theaters zeichnet sich durch verschiedene Formen der Teamarbeit aus: Ab der Spielzeit 2023/2024 mit Tina Brüggemann und Tonio Kleinknecht als INTENDANZDUO und dem SPIELRAUM bestehend aus Ella Elia Anschein, Julius Ferstl, Alexandra Stölzl und Fabian Eberhardt sowie einem insgesamt 24-köpfigen Team, das mit seiner engagierten Arbeit das Theater hoch im Anspruch und niederschwellig im Zugang macht. Der SPIELPLAN fällt durch seinen Schwerpunkt auf zeitgenössischer Dramatik ins Auge. Interkulturelle und interdisziplinäre Arbeiten setzen künstlerische und politische Akzente, ohne dabei moderne Klassikerinszenierungen, Produktionen für alle Altersgruppen, ein breites Bürgertheaterangebot, Sternchenthemen und ausgefallene Extraformate vermissen zu lassen. Jede Spielzeit präsentiert sich unter einem bestimmten Motto, das eine thematische Klammer für den Diskurs bildet, der in zahlreichen Formaten wie „Theater trifft…“, Workshopangeboten und Stückentwicklungen intensiv geführt wird. Darin spiegelt sich die Struktur der Stadt mit ihren vielen Teilorten, der intensive Bezug zu den Partnerstädten, der neuen Freundschaft mit Vilanculo/Mosambik, die Auseinandersetzung mit der (römischen) Geschichte der Stadt, die Prägung durch die technische Hochschule und die intensive Arbeit an industrieller Innovation gepaart mit Chancengleichheit, Weltoffenheit und der Identität einer ehrgeizen Stadt auf der Ostalb zwischen den Metropolen Stuttgart und Nürnberg. Exemplarisch lassen sich hierfür das Bürgertheaterprojekt „Wir sind die nebelfreie Stadt“, die Uraufführungen „Am Rand“ von Sedef Eger (Türkei) oder „Auge um Auge“ von Patrizia Zappa Mulas (Italien) nennen, ebenso wie der theatrale Jugendaustausch und der Aufbau eines kulturellen Zentrums in und mit Vilanculo/Mosambik, die Programmierung von Robotern für „Das Faustexperiment“ oder die Gesprächsreihe „Theater trifft… Wirtschaft“.
Eine Auflistung der einzelnen Mottos seit der Spielzeit 2013/2014 finden Sie hier.

Geschichte

2013 bis 2023
Von 2013/2014 bis 2022/2023 bilden Tonio Kleinknecht (Intendant), Tina Brüggemann (Chefdramaturgin) und Winfried Tobias (Ltg. Kinder- und Jugendtheater) die künstlerische Leitung des Hauses. Besondere Arbeiten in dieser Zeit sind die Inszenierung von „Felix Krull – Bekenntnisse eines Hochstaplers“ von 2022 (Regie: Tonio Kleinknecht) mit Artistik, Schauspiel und Live-Musik, „Romeo und Julia“ mit Schauspiel, Ballett, Urban Dance, Schlagwerk und Akkordeon zur Eröffnung des Theatersaals im Kulturbahnhof (Regie: Tina Brüggemann) im Jahr 2020 und „Himmel und Hände“ für Menschen ab 4 Jahren von Carsten Brandau, das 2016 den Mühlheimer Kindertheaterpreis gewinnt (Regie Winfried Tobias).

2005 bis 2013
Von 2005/2006 bis 2012/2013 hat Katharina Kreuzhage die Intendanz inne, deren Inszenierungen von „Das wilde Kind“ und „Mary und Max“ besondere Glanzpunkte bringt, ebenso wie „Der Kontrabass“ in der Regie ihres Partners J. Bosse, bevor beide ans Theater Paderborn wechseln.

2002 bis 2005
In den drei Jahren ihrer Intendanz in Aalen legt Simone Sterr zusammen mit Ralf Siebelt und Winfried Tobias den Grundstein für die Weiterentwicklung in Richtung der Struktur eines Stadttheaters.

1991 bis 2002
1991 setzt Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle setzt die Gründung eines festen Hauses mit regelmäßiger Förderung durch. Gründungsintendant Udo Schön löst Dusan Parisek in der Leitung des Theaters ab und betreibt gemeinsam mit Gerburg Maria Müller die Institutionalisierung und Verstetigung des Theaters. Im Oktober 1994 wird das Alte Rathaus zur Theaterbühne (60 Plätze), Geschäftsräume und Fundus sind zunächst im Torhaus am Gmünder Torplatz und ziehen bald ins WiZ in der Ulmer Str. 130, wo sich dann auch die Hauptbühne mit 130 Plätzen befindet.

Der Kulturbahnhof

Das Theater der Stadt Aalen ist seit 2020 im Kulturbahnhof (KuBAA) zu Hause. Dort, wo noch bis zur Mitte des 20. Jahrhundert Lokomotiven repariert wurden, befinden sich nun neben dem Theatersaal und den Probebühnen auch die Büros des Teams sowie die Werkstatt, Schneiderei und der Kostümfundus. So, wie das Areal nach dem 2. Weltkrieg für wirtschaftlichen Aufschwung und eine prosperierende Region mit Anbindung an die Landeshauptstadt stand, ist der Kulturbahnhof heute Teil des neuen Quartiers Stadtoval, eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte der Stadt Aalen. Mit der Kernstadt verbunden ist das geschichtsträchtige Gebiet bestehend aus Wohneinheiten, Gewerbeflächen, Kultureinrichtungen und Aufenthaltsräumen im Freien, wie beispielsweise der Grünen Mitte, durch einen Fußgängersteg (Sobek-Steg) über die Bahngleise. Die kreative Arbeit im Kulturbahnhof findet inmitten der KuBAA-WG statt, so die scherzhafte Bezeichnung der Gemeinschaft der vier Nutzer*innen, dem Theater, der Musikschule der Stadt Aalen und des Kinos am Kocher sowie aalen.kultur&event. Gemeinsam hat die WG beliebte Formate wie „KuBAA tanzt“, „kubanischer Sonntag“ und „Advent im KuBAA“ etabliert, die 26. Baden-Württembergischen Theatertage (Spielzeit 2022/2023) waren ein besonderes Highlight der respektvollen und engagierten Zusammenarbeit.

Die Spielzeit 2023/2024

„GemEinsam“ ist das Motto der aktuellen Spielzeit und setzt einen besonderen Akzent auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Moment der Zeitenwende. Krisen bieten die Möglichkeit, gemeinsam zu wachsen und bergen das Risiko dabei zu scheitern. Das Theater gibt dem Risiko, dem Scheitern und den Chancen Gesichter – wir wollen über Gier und Abstiegsangst lachen („Nein zum Geld!“), wahre Not erkennen („Wutschweiger“), erleben, wie die emotionale Wärme eines Kindes die Menschen aufblühen lässt („Der kleine Lord“), wie „Michael Kohlhaas“ und „Nora“ den Staat und die Gesellschaft verunsichern und weder Mozart noch „Harold und Maude“ Angst vor dem Tod haben.

Die Abteilung Spielraum

Mit Beginn der Spielzeit 2023/2024 gibt es am Theater der Stadt Aalen die neu gegründete Abteilung Spielraum. Der Spielraum ist die Anlaufstelle für alle Bildungseinrichtungen und besteht aus den Arbeitsfeldern der Theaterpädagogik und Vermittlung, der programmatischen Leitung des Jungen Theaters sowie den Spielclubs und dem Bürgerchor. Dieser Raum steht für die Brücke zwischen Theater als Kunstform und uns Einwohner*innen der Ostalb. Nähere Informationen finden Sie hier auf unserer Homepage unter dem Punkt Spielraum.