Tsa illu 18 19 venedig

Venedig im Schnee

von Gilles Dyrek
Dramaturgie Jonathan Giele
Ausstattung Ana Tasic

Natalie und Jean-Luc sind sehr verliebt. Die eine Hälfte des Tages sind sie damit beschäftigt ihre Hochzeit zu planen, und die andere sich zu liebkosen. Am Abend erwarten sie Christophe und seine Freundin zum Essen: Jean-Luc hat den Studienfreund nach Jahren in der Stadt getroffen und eingeladen. Verspätet trifft Christophe mit Patricia ein, doch Natalie und Jean-Luc sind viel zu beschäftigt mit dem Austausch von Zärtlichkeit, um sich dabei etwas zu denken. Doch irgendwann fällt den notorisch fröhlichen Gastgebern auf, dass Patricia merkwürdig ruhig ist und kein Wort sagt. Sie schlussfolgern, dass sie Ausländerin sein muss, und ihre Sprache nicht versteht! Als Patricia das Missverständnis begreift, klärt sie den Irrtum nicht auf, sondern
erfindet eine Fantasiesprache und behauptet, ein illegal eingewanderter Bürgerkriegsflüchtling zu sein. Während Christophe vor Scham im Boden versinken möchte, kann Patricia wieder lächeln und das Gespräch zu viert verläuft vollkommen anders als erwartet.

Gilles Dyrek

Gilles Dyrek wurde 1966 in Paris geboren, wo er bis heute lebt und als Autor, Schauspieler und Regisseur gefragt ist. „Venedig im Schnee“ (UA 2003 in Paris) brach in Frankreich alle Besucherrekorde. Angesichts der Flüchtlingskrise gewinnt das Stück neue Brisanz, denn „es entlarvt wie nebenbei gängige Vorurteile gegenüber Ausländern, ebenso wie eine scheinheilig zelebrierte Solidarität mit Notleidenden.“ (Le monde)


Sa, 23.02.19

Wi.Z

20:00

i.A.Theater trifft...den Städtepartnerschaftsverein zum Motto der Spielzeit: Welche Sprache passt zu mir? Auf dem Podium: Kulturjournalistin, ehem. Geschäftsführerin (ZMI Gießen) und Übersetzerin Sabine Heymann, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und 1. Vorsitzender des Städteparnterschaftsvereins Hermann Schludi und den Musiker Jonny M (Esperanto), Moderation: Tina Brüggemann. Nachdem in dem Stück von Gilles Dyrek eine junge Frau, die mit ihrem Freund bei einem anderen Paar zu Besuch ist, zuerst nicht zu Wort kommt und dann aus dieser Not eine Tugend macht, indem sie in der Situation eine Fantasiesprache erfindet und sich im Gesprächsverlauf eine ganz neue Identität mit einer Vergangenheit als Bürgerkriegsflüchtling ersinnt, fragen wir drei ganz unterschieldiche Expert'innen in Sachen Sprache zu ihren Erfahrungen. Was sind die Voraussetzungen für eine gelingende Kommunikation? Gibt es wiederkehrende Fallstricke, oder ist jede Begegnung individuell zu betrachten? Welchen Einfluss hat die Körpersprache in ihrer konkreten beruflichen Praxis? Gerade unerwartete Begegnungen oder Aussagen führen uns gern an Grenzen, die wir so ernsthaft wie lustvoll erst auf dem Podium und dann auch mit dem Publikum erörtern wollen, denn "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein).





Sa, 16.03.19

Wi.Z

20:00

Reine Frauenvorstellung
Eintritt frei
i.A. Theater trifft... das Büro für Chancengleichheit
Wir sprechen mit Uta Steybe und anderen über Grenzen und Möglichkeiten der Sprache.



So, 31.03.19

Wi.Z

19:00



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