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Gunnar Kolb

Gunnar Kolb studierte Schauspiel an der Folkwang-Hochschule in Essen und Improvisationstheater bei Keith Johnstone. Er spielte am Landestheater Tübingen, am Theater Bielefeld, am Theater Bremen und zahlreichen anderen Schauspielhäusern. Von 2002-2005 war er am Theater der Stadt Aalen engagiert. Zur Zeit lebt er als freier Schauspieler in Köln. In dieser Spielzeit ist er wieder in Aalen zu Gast und in der szenischen Lesung "Das Papierhaus" und im Sommerstück "Der Parasit" zu sehen.


Eine Stille für Frau Schirakesch

von Theresia Walser

Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einem Event auf dem Marktplatz von Aalen eingeladen und die Kleiderordnung lautet: Bikini oder Burka. Was würden Sie wählen? – Deutschland, ein Fernsehstudio, Anfang des 21. Jahrhunderts. Hilda Ludowsky hat aus ganz besonderem Anlass zu ihrer heutigen Talkshow eingeladen: In 77 Minuten wird Frau Schirakesch auf dem Marktplatz von Tschundakar gesteinigt. Mit dabei sind ein General, zwei Schönheitsköniginnen, eine traumatisierte Soldatin, ungewollt auch deren Vater und natürlich sie selbst. Das Motto der Talkmasterin heißt: Hinschauen, aber nicht Zuschauen. Nach ihrem Willen beginnt die Sendung zeitgleich mit Beginn der Steinigung und einem Moment der Stille aller geladenen (und ungeladenen) Gäste zum Zeichen des Protests. Doch schon die Vorbereitung auf die Sendung samt Probe der gewünschten Stille stellt die Runde vor ungeahnte Herausforderungen. Kein Zweifel: Der Marktplatz in Tschundakar wird mit Steinen ins biblische Zeitalter zurückgeworfen. Doch was passiert in Deutschland, wenn der öffentliche Diskurs erst gar nicht mehr auf dem Markt, sondern nur noch auf der Couch geführt wird?...

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Im Bann der Bücher I - Der Name der Rose

Anno Domini 1327 schickt der Kaiser den gelehrten Franziskaner William von Baskerville aus England mit einer delikaten Mission in eine Benediktinerabtei nach Italien. Er soll ein hochpolitisches Treffen zwischen der Ketzerei verdächtigten Minoriten und Abgesandten des Papstes organisieren. Doch bald erweist sich sein Aufenthalt in der Abtei als apokalyptische Schreckenszeit. In den sieben Tagen und Nächten werden William und sein Adlatus Adson Zeuge einer seltsamen Mordserie. Der scharfsinnige Exinquisitor William wird vom Untersuchungsfieber gepackt und blickt in den Abgrund von Glaubensfehden, verbotenen Leidenschaften und kriminellen Taten. Indizien führen den Semiotiker in die Schreibstube der Mönche und von da durch das geheimnisvolle Labyrinth der Bibliothek zu einem höchstgefährlichen Buch...

Andreas Jendrusch, Arwid Klaws, Gunnar Kolb und Susanna Lemke präsentieren in den historischen Bibliotheksräumen von Schloss Fachsenfeld eine Kurzfassung (Petra Jenni) des weltbekannten Romans von Umberto Eco.


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Der Parasit

von Friedrich Schiller

Freilichttheater...

Der „Parasit“ Selicour ist ein Büro-Karrierist der unangenehmen Sorte. Er hat sich ins Vertrauen des neuen Ministers Narbonne geschli- chen, buckelt, scharwenzelt, redet nach oben hin schön und tritt nach unten, wo es nicht drauf ankommt – kann nichts und leistet wenig. Der Mann hat weder Talent noch Tugend, verbirgt dies aber mit Ge- schick, und macht sich überdies unentbehrlich. Nun will er mit fremden Versen auch noch die Tochter des Ministers für sich gewinnen. Die Gegner Selicours sinnen auf Rache, aber ist der überhaupt noch zu stoppen? 
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Im Bann der Bücher II - Das Papierhaus

von Carlos María Domínguez

Szenische Lesung...

Mit den Schauspielern Alice Katharina Schmidt und Gunnar Kolb erarbeitet Petra Jenni eine szenische Lesung des Romans „Das Papierhaus“ des Argentiniers Carlos María Domínguez. Eine hintersinnige Liebeserklärung an das Lesen und die Bücher, eine Hommage an eine der seltsamsten und beglückendsten menschlichen Leidenschaften. Erzählt wird von drei Menschen, die ohne Bücher nicht sein können und deren Leben auf höchst seltsame Weise miteinander verknüpft werden. Und dies in den stimmungsvollen Räumen der Bibliothek von Schloss Fachsenfeld.





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Auge um Auge

von Patrizia Zappa Mulas

Deutschsprachige Erstaufführung...

Eine Studentin aus Teheran weist die Zuneigung eines jungen Mannes vom Lande zurück, woraufhin er sie mit Säure blendet. Xavier, ein katalanischer Journalist, Abu Meddin, gebürtiger Algerier und nun Dozent für islamisches Recht und seine französische Frau Annie, eine Anwältin, ringen in Barcelona erst um das Augenlicht des Mädchens und dann um den angemessenen Umgang mit der Gräueltat. Das Prinzip der Rache darf jenes der Gerechtigkeit nicht besiegen – doch wie geht man mit einer Gesellschaft um, in der Gewalt gegen Frauen alltäglich ist? Schnell stehen außer der Rechtsfrage auch die Lebensentwürfe der drei Idealisten und ihre Identität auf dem Spiel.

Ameneh Bahrami forderte 2011 nach dem Recht der Scharia das an ihr begangene Unrecht durch die Blendung des Täters mittels der gleichen Säure zu vergelten und erlangte so internationale Aufmerksamkeit für ihren Fall. Für die Autorin ist sie eine moderne Antigone.
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