Bürgerchor

JOHANNA IM RATSSAAL

Es ist soweit! Die Spielfassung für unsere Frühjahrsproduktion ist fertig. „Johanna im Ratssaal“ nach F. Schiller wird am 01. Februar 2020 Premiere feiern und zehn weitere Aufführungen im Großen Sitzungssaal im Rathaus haben. UND die Texte von Dagrun Hintze, die einige grundlegenden Fragen zum konkreten Funktionieren der Demokratie hier und heute aufwerfen, sind fertig geschrieben, überdacht, redigiert und warten auf ihre Umsetzung. Wie angekündigt, möchten wir zu den beiden Schauspieler*innen Manuel Flach und Diana Wolf einen Chor inszenieren, der das Schillerstück kommentiert, hinterfragt und ins 21. Jahrhundert versetzt. Die Unerbittlichkeit, mit der Johanna für ihre Ideale gekämpft hat, sorgt bis heute für Kontroversen – und findet doch viele Nachahmer*innen. Mit gutem Grund? Dem wollen wir gemeinsam nachgehen, es "durchsprechen". Dazu gibt es wie schon beim ersten Projekt Stimmbildung, die Einteilung von Soli und Untergruppen und diesmal - ein wenig mehr als zuvor – die Bewegung im Raum. Damit die terminliche Belastung überschaubar bleibt, soll es Mehrfachbesetzungen geben – es müssen also nicht immer alle da sein. Aber: Je mehr Sprecher*innen mitmachen, desto größer die Freiheit für die Einzelnen! Wir hoffen also auf reges Interesse und stellen Projekt und Texte beim SCHNUPPERTERMIN am Mi., 09. Oktober 2019, 19.30 Uhr | Wi.Z (Foyer im 4. Stock) genauer vor. Wie gehabt, werden wir anschließend immer mittwochs um dieselbe Uhrzeit proben, Ferien ausgenommen. Zur Inspiration einfach nochmal in den Trailer des 1. Aalener Bürgerchor schauen, denn: WIR SIND DIE NEBELFREIE STADT. Und werden es vorerst auch bleiben.

1. Aalener Bürgerchor - Die Entstehung
Es war ein Abend, der Aalen – allem voran seine Bürgerinnen und Bürger – ganz ins Zentrum des Geschehens rückte. „Wir sind die nebelfreie Stadt“, geschrieben von der Autorin Dagrun Hintze, wurde unter der Leitung von Tina Brüggemann, Michael Flechsler und Thomas Haller am 4. Mai 2018 in der Stadthalle Aalen uraufgeführt. Neben dem 1. Aalener Bürgerchor, an dem über 60 Aalener*innen teilnahmen, waren auch das Percussionensemble von Philipp Schiegl (Musikschullehrer der Stadt Aalen), die Marching Band von Christoph Wegel (Musikschulleiter), die Jugendkantorei der ev. Kirchengemeinde unter der Leitung von Thomas Haller (Kirchenmusikdirektor), die Ballettklasse von Raina Hebel und Elena Wirth sowie das Männerquartett „Balkanband“ mit Dirk Häcker, Ralf Müller, Christoph Wegel sowie Michael Flechsler beteiligt. In rund 90 Minuten machten sie gemeinsam Aalen hörbar, erlebbar und fassbar – die Stadt führte sich selbst auf, während sie gleichzeitig im Publikum saß. Das Stück basiert tatsächlich auf dem, was die Aalener Bürger*innen über ihre Stadt denken und was sie ihnen als Heimat bedeutet. Dagrun Hintze interviewte im Vorfeld etwa 25 sehr unterschiedliche Bürger*innen und recherchierte darüber hinaus zur Stadtgeschichte, aber auch zum Alltag auf der Ost-Alb. Neben scheinbar „belanglosen“ Themen wie dem Wetter (in Aalen ist es grundsätzlich besser!) kommen die Römer und die Reformation zur Sprache, der Ringkampf (Aalen ist eine Hochburg des Ringens), der große Stadtbrand, der Zweite Weltkrieg, die Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten, die Gastarbeiter und die Kriegflüchtlinge aus den letzten Jahren. Der große Sprechchor performt Hintzes Text voller Dynamik und Leidenschaft – zart und anrührend wird es hingegen, wenn Kinderstimmen Synonyme für den Begriff "Heimat" aufzählen. Augenzwinkernd ließe sich der umjubelte Abend mit einer Textzeile aus dem „Aalener Lied“ auf den Punkt bringen: „[…] am schönschda isch‘ dahoim“!