Herz der Stadt

Herz der Stadt

Liebes Publikum,

mit dem Einzug in den Kulturbahnhof rücken wir in dieser Spielzeit räumlich ins HERZ DER STADT. Und innerlich spielen wir nach den Erfahrungen der letzten Monate umso dringender für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Der „KuBAA“ soll ein Kraftort für die Stadt werden, „innere Sicherheit“ auch in Zeiten von Corona stärken.
Das Motto unserer letzten Spielzeit zieht gewissermaßen auch mit ein, digitale Wege werden auch weiterhin die Einschränkungen für die direkten Begegnungen zu kompensieren versuchen. Denn ohne Herz lebt der Mensch nicht: Das Gehirn hat keinen Sauerstoff, das Blut zirkuliert nicht, das Gefühl hat keinen Wohnort. Ohne einen Raum wie das Theater kommt das öffentliche Leben zum Erliegen. Oder lädt sich gewalttätig auf. Hier ist Platz für alle Sorten Gefühl. Der Ort, an dem Gefühle ausgelebt werden, Ventile finden, Katharsis möglich ist. Eine Mitte, in der sich alle im Zentrum fühlen können. Die Schaubühne als moralische Anstalt erhebt keinen Zeigefinger, sondern lädt ein, mal nicht vom Ziel her zu denken. Trotzdem aber kritisch zu hinterfragen. Unter dem Motto Herz der Stadt wollen wir Schwung zur Gestaltung von Gemeinsamkeit holen.
Viel scheint dabei möglich, nicht zuletzt dadurch, dass wir das Haus mit der Musikschule und dem Kino am Kocher teilen – die Künste rücken enger zusammen – und uns weiter international vernetzen. Die Kooperation mit dem international agierenden O-Team macht den Auftakt mit Crash & Care, einem Audiowalk. Und Romeo und Julia sollen die Herzen zur feierlichen Eröffnung in einer spartenübergreifenden Inszenierung erwärmen und erschauern lassen. Das Liebespaar schwört sich mit Shakespeares Wortgewalt die Liebe, Familie Capulet tanzt Ballett, Familie Montague Urban Dance zur Musik von Akkordeon und Percussion. Mit Furor bieten wir einen starken Kontrast, auch dies ein Gefühl aus der Tiefe der Herzen. In dem Stück von Sarah Nemitz und Lutz Hübner ringen ein Paketbote, ein Politiker und eine Mutter (fast) aufs äußerste um Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit.
Das Kinder- und Jugendtheater bringt Witz und Wärme in die Vorweihnachtszeit: Ox & Esel kümmern sich um das Jesuskind, zwei Junggesellen und ein Baby in einem Stück von Norbert Ebel bringen uns sicher Glanz in diese Zeit. Und mit Alle außer das Einhorn hat Kirsten Fuchs zum Cyber-Mobbing ein eindringliches Stück am Puls der Zeit geschrieben. Schaurig schön wird es bei Frankenstein, der eine menschliche Kreatur erschaffen hat, die aus Einsamkeit das Morden beginnt. In Schuld & Söhne Entsorgungs GmbH (AT) widmen wir uns gemeinsam mit dem O-Team Fragen der Nachhaltigkeit und digitaler Ästhetik. Das Sommertheater Let the sun shine (AT) wird eine Klimagroteske – mit Schauspiel, einem Klima-Club, dem Bürgerchor und viel Musik wollen wir uns den wichtigen Fakten und waghalsigen Lösungsansätzen der Klimaforscher*innen stellen.
Viele inspirierende Begegnungen an inspirierenden Orten sollen den Diskurs intensivieren mit dem KuBAA als Mittelpunkt. Und dennoch müssen wir weiter auf Sicht fahren: Deswegen gibt es dieses Heft nur digital und monatliche Leporellos, damit wir flexibler planen können.
Das Ziel bleibt jedoch gleich: mit Ihnen nachzudenken, zu diskutieren, Freude und Leid zu teilen und das in ästhetischen Formen und auf sinnliche Weise.

Herzlich willkommen im Theater der Stadt Aalen! Ihr Leitungsteam