DIE PRÄSIDENTINNEN
von Werner Schwab
Spielort: Altes Rathaus
Inszenierung: Jakob Strack
Ausstattung: Christina Hillinger
Mit: Alessandra Ehrlich, Mona Kloos, Claudia Sutter


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Greta, Erna und Mariedl unterhalten sich in Ernas Wohnküche bei schalem Kaffee und billigem Wein über ihre missratenen Kinder, die Männer im Allgemeinen und den Papst im Besonderen. Jede der drei hat das Leben von seiner unappetitlichen Seite kennengelernt. Aber heute Abend reden sie es sich schön, auf Teufel komm raus. Sie überbieten einander mit potenzstrotzenden oder auch wunderbar sparsamen Liebhabern, die sie auf einem rauschenden Volksfest kennengelernt haben wollen.  Zu dumm nur, dass die sonst so zurückhaltende Mariedl immer üppigere Einfälle produziert und mit ihren wüsten Erfindungen die Phantasiewelt der bigotten Erna und der nymphomanischen Grete einengt. Das können die beiden sich wirklich nicht gefallen lassen. Und wenn gute Worte nicht helfen, dann werden Grete und Erna eben gewalttätig. Das hat die Mariedl dann davon.

Werner Schwab (1958-1994) gelang mit Stücken wie „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ und „Übergewicht, unwichtig: Unform“ innerhalb kürzester Zeit der Aufstieg zu einem der meist gespielten Gegenwartsdramatiker.  Seine unverwechselbare Sprache, eine wilde Mischung aus Worterfindungen, Dialekt und pseudobürgerlichem Jargon, wurde prägend für eine ganze Dramatikergeneration. 1992 erhielt er den Dramatikerpreis der Stadt Mülheim an der Ruhr und wurde von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Dramatiker des Jahres gekürt. 1994 starb er, erst 36 Jahre alt und genauso vom Alkohol umnebelt, wie viele seiner Theaterfiguren.